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zuschussverlage
im laufe meiner eigenen bemühungen, ein manuskript zu veröffentlichen, habe ich auch mit zuschussverlagen erfahrungen gesammelt. doch die sind oft nur an einer kleinen auflage interessiert, weil sie dem buch selbst keine chancen auf dem markt einräumen. sie ziehen ihren profit bereits aus dem verlangen von autoren, irgendwie nur etwas veröffentlichen zu können.
die verpflichtung von zuschussbeteiligungen dominiert bei den verlagen, die gewillt sind, manuskripte anzunehmen und zu verlegen. einige bestehen auf einer abnahmepflicht von bis zu 50 exemplaren bei 20% rabatt. alle erheben (zusätzlich) die sog. veröffentlichungskosten in gesamthöhe von ungefähr 3600,- euro, mit dem die druck- und selbstkosten von ca. 250 büchern gesichert sind. manchmal wird diese summe auch nur als eine allgemeine kostenbeteiligung vorgestellt, und dafür werden um die 2 - 10 freiexemplare zugesichert. einige fordern offiziell sogar nur ihre unkosten ein (layout, cover, isbn, lektorat), um den makel eines zuschussverlages zu umgehen.
für sie bedeutet es kein risiko, unbekannte autoren aufzunehmen. sie ködern sie sogar durch blumenreiche begründungen voll des lobes. dabei haben sie bereits verdient, sobald der autor zahlt. denn er wird bei einer ausgesprochen kleinen auflage, bei der ausser den druckkosten kaum etwas anfällt, alles übernehmen. jede weitere einnahme ist für sie bereits ein gewinns.
selbst wenn diese zuschussverlage mehrschichtige banner und links u.a. in google betreiben, sind sie nie in ihrer arbeit und der lektorierung eingereichter manuskripte überlastet, kriegen nie genug (wobei normale verlage, die wirklich die manuskripte überprüfen, immer über überlastung und zu geringe aufnahmekapazität klagen). und: wer gerade eine werbung geschaltet hat, reagiert wesentlich freundlicher, um seine investition nicht zu vermiesen. dann schmeicheln sie ausgesprochen, während andere zuschussverlage, die gerade ohne werbung agieren, ohne viel emotionen und erklärungen eine zusage geben, kalt und unpersönlich, einfach zu desinteressiert, um auf das manuskript selber einzugehen.
und nach spätestens 1-2 jahren wird der autor angeschrieben, dass die bücher aufgrund des stagnierenden verkaufs und der hohen lagerhaltungskosten eingestampft werden müssen. aber der autor erhält die chance, die restauflage zum selbstkostenpreis zu kaufen. dann hätte er 2x für dasselbe produkt bezahlt!
hinzu kommt, dass bücher, die in einem druckkostenzuschuss-verlag, im selbstverlag oder über book-on-demand erscheinen, fast nie in den feuilletons besprochen werden. Sie werden nicht rezensiert. Und sie werden daher von buchhändlern auch nicht geordert und verkauft.

sowas ist auch bei windigen literaturagenten, die den autoren vermitteln wollen, immer wieder der fall. wobei bei ihnen der nachteil besteht, dass nach eingang ihrer vorauszahlung nicht einmal eine veröffentlichung gewährleistet ist. Von ihnen rate ich ganz ab. und manchmal muss der autor auch noch warten, bis sein vertrag mit ihnen abgelaufen ist, damit er es woanders erneut versuchen kann.

diese schwarzen schafe haben nichts mit buchverlagen zu tun, sondern sind nur daran interessiert, viel geld durch betrug zu verdienen. denn sie beteiligen sich in der regel nicht finanziell an der entstehung des buches. dieses kaschieren sie durch nebulöse zahlen zu ihrem aufwand bzw. geben diese erst garnicht an. wer wirklich von dem manuskript, das er so sehr lobt, überzeugt ist, sollte auch das risiko der alleinfinanzierung nicht scheuen.
die grossen verlage sind zwar seriös, nehmen aber so gut wie keine unbekannten autoren auf. nur bewährte schriftsteller oder berühmte persönlichkeiten, vor allem aber lizenzausgaben aus dem ausland, deren marktwert schon getestet ist, sind für sie von interesse.
es gibt zwar auch eine menge kleinverlage, die sich korrekt verhalten. doch ihre auflage ist begrenzt. bei erfolg wird der buchvertrag von einem grossen aufgekauft und die auflage erhöht. zudem verfügen sie nicht über die mittel einer geeigneten promotion. aber dafür kann man mit glück an einen lektoren kommen, der/die ein persönliches engagement zeigt. die autorentantiemen bewegen sich zunächst bei 8-10%, können aber auch ansteigen je nach erhöhung der auflage (d.h. erfolg des buches). wobei ein grosser verlag auch immer eine grössere auflage bietet.

doch es gibt ausnahmen bei den zuschussverlagen, die das mittel der autorenbeteiligung zwar benutzen, aber dem autor dann eine faire chance auf dem markt einräumen. dazu gehört, dass sie einen erheblich höheren promotionaufwand betreiben. zu ihren eigenen unkosten kommen marketing, viel mehr werbung, diverse buchmessen und auslandkontakte hinzu. zudem kümmern sie sich um den vertrieb. und der umfang ihrer bemühungen sollte vertraglich festgelegt sein.
ein wesentliches indiz für eine gute einschätzung des manuskriptes auf dem markt ist eine höhere anfangsauflage von mindestens 1000 stück. aber im gegensatz zu den betrügerischen zuschussverlagen loben sie das manuskript nicht über den klee. die aufnahme in ihr programm ist schon zeichen genug für qualität. wer darüber hinaus noch blumig schwafelt, will den autoren nur leimen und ausnehmen.